Status 31.12.2005

Status 31.12.2005

 

Berlin – Mit rund 10.000 Megawatt (MW) weltweit neu installierter Leistung hat die Windenergie 2005 einen neuen Rekord aufgestellt. Der Markt wuchs damit um 23 Prozent, das Marktvolumen betrug über zehn Milliarden Euro. Rund die Hälfte davon erwirtschaftete die deutsche Windindustrie. Ende 2005 waren damit rund um den Globus Windkraftanlagen mit einer Leistung von fast 60.000 MW installiert.

In Deutschland waren Ende 2005 insgesamt 17.574 Windenergieanlagen (WEA) mit einer Gesamtleistung von 18.428 MW installiert. Das entspricht einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von elf Prozent. Neu installiert wurden in 2005 genau 1.049 WEA mit einer Gesamtleistung von 1.808 MW. 2004 waren es noch 2.037 MW.

„Das Ergebnis ist besser als erwartet. Viele Projekte die im ersten Halbjahr durch Genehmigungsschwierigkeiten zeitlich verzögert wurden, konnten in der zweiten Jahreshälfte doch noch realisiert werden“, sagt Jens Peter Molly, Geschäftsführer des Deutschen Windenergie-Instituts, das die Jahreszahlen ermittelt hatte. In den nächsten zwei, drei Jahren sei in Deutschland weiterhin mit einem leicht rückläufigen Markt zu rechnen. Im Onshore-Bereich nähmen die verfügbaren Flächen ab und das Ersatzanlagengeschäft (Repowering) laufe nur langsam an. Molly: „Deutschland war über zehn Jahre weltweit der dominante Branchenmarkt. Ein verlangsamtes Wachstum ist da ganz natürlich. Für 2006 rechnen wir mit einem Neubau von rund 1500 MW.“

Der Export konnte in 2005 bei Herstellern und Zulieferern den Rückgang im nationalen Markt jedoch deutlich überkompensieren. „Aufgrund des stark expandierenden Weltmarktes sind die Auftragsbücher bei Herstellern und Zulieferunternehmen voll. Allein auf dem explodierenden Markt der USA wurden in 2005 schätzungsweise 2.500 MW neu installiert“, betont Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems. Auch die neueren europäischen Märkte etwa in Frankreich (rund 250 MW) und Großbritannien (rund 600 MW) sowie der indische Markt (rund 900 MW) ziehen langsam an. „Für 2006 rechnet die Branche deshalb mit ähnlich hohen Wachstumsraten. Sollte sich der US-Markt durch das Auslaufen der Production-tax-credits (PTC) in 2008 abschwächen, wird die Industrie von dem sich entwickelnden Offshore-Geschäft profitieren“, so Herdan. Der deutsche Technologievorsprung werde sich weiter auszahlen.

Peter Ahmels, Präsident des BWE: „Damit die deutsche Windindustrie auch weiterhin an ihre großen Exporterfolge anknüpfen kann, ist allerdings ein stabiler Inlandsmarkt Voraussetzung. Deutschland muss Schaufenster der neuesten Entwicklungen bleiben. Dafür müssen die Rahmenbedingungen für Windenergie aber verbessert werden, was auch der Koalitionsvertrag vorsieht.“ Der Inlandsmarkt werde sich nur auf einem hohen Niveau konsolidieren, wenn durch die Beseitigung von administrativen Hemmnissen wie pauschalen Abstandsgeboten und Höhenbegrenzungen der Ausbau weitergehen kann. Ahmels: „Durch das Repowering kann mit deutlich weniger Anlagendoppelt so viel Windstrom in Deutschland erzeugt werden.“

DEWI Magazin Artikel (Deutsch/English)

Anhang der Pressemitteilung